Klimamodelle, biologische Prozesse oder Energiespeicher – das Verständnis und die modellgestützte Beschreibung solcher Systeme standen im Mittelpunkt der GAMM-Jahrestagung 2026 an der Universität Stuttgart. Solch komplexe Systeme zu durchdringen und verlässliche Vorhersagen zu treffen, ist das Ziel der Angewandten Mathematik und Mechanik. Modelle und Simulationen ermöglichen Erkenntnisse insbesondere dort, wo Experimente nur schwer oder gar nicht möglich sind. Doch unklare Datenlagen und Unsicherheiten, wie zum Beispiel Materialschwankungen, stellen Forschende vor die Herausforderung, zuverlässige Methoden zu entwickeln und zu optimieren.
Internationale Plattform für interdisziplinären Austausch
„Fortschritte entstehen oft dort, wo Mathematik, Ingenieur- und Naturwissenschaften zusammenarbeiten“, sagt Professor Manfred Bischoff, Prorektor für Forschung und nachhaltige Entwicklung an der Universität Stuttgart. „An der Universität Stuttgart verfolgen wir mit dem „Stuttgarter Weg“ einen konsequent interdisziplinären Ansatz. Umso mehr freuen wir uns, die GAMM-Jahrestagung in Stuttgart auszurichten und Forschenden vielfältiger Disziplinen eine Plattform für einen lebendigen Austausch und neue Kooperationen zu bieten.“
Von Innovationen für das Bauwesen bis hin zu biomedizinischen Systemen
Mit einem breit gefächerten Programm bot die GAMM Wissenschaftler*innen und Nachwuchsforschenden aus aller Welt Raum, sich über aktuelle Entwicklungen in der Angewandten Mathematik auszutauschen. In Vorträgen, Workshops und Poster-Sessions widmeten sie sich unter anderem Simulationen biologischer und technischer Systeme, maschinellem Lernen, numerischen Modellierungen von Materialverhalten, neuen Methoden für die medizinische Diagnostik und Regelungstechniken für den Energie- und Verkehrssektor.
Begegnung von Forschung, Industrie und Gesellschaft
Auch Netzwerken stand auf der Tagesordnung: Mit dem YAMM Lunch etwa hatten Nachwuchsforschende die Möglichkeit, sich mit erfahrenen Wissenschaftler*innen über den nächsten Karriereschritt auszutauschen. Beim WOMEN* in GAMM Networking knüpften Forscherinnen neue Kontakte in Wissenschaft und Industrie.
Mit einem Vortrag über nachhaltiges Planen und Bauen mit digitalen Technologien von Professor Achim Menges, Sprecher des Exzellenzclusters IntCDC, hat die GAMM-Tagung auch die Stuttgarter Stadtgesellschaft eingeladen, aktuelle Forschung an der Schnittstelle von digitaler Planung, Konstruktion und nachhaltigem Bauen kennenzulernen.
Über die GAMM
Die Gesellschaft für Angewandte Mathematik und Mechanik e.V. (GAMM) fördert die wissenschaftliche Entwicklung der Angewandten Mathematik und Mechanik. Sie wurde 1922 von dem Ingenieur Ludwig Prandtl und dem Mathematiker Richard von Mises gegründet und zählt heute mehr als 1.500 Mitglieder.
Die GAMM macht sich für internationale Zusammenarbeit in der Mathematik, Mechanik, Physik sowie den Ingenieurwissenschaften stark. Durch ihr Wirken trug sie wesentlich zum Fortschritt der Hydro- und Aerodynamik, Festkörpermechanik sowie numerischen und industriellen Mathematik bei. Außerdem leistet sie einen Beitrag zu aktuellen Entwicklungen in den Bereichen Modellierung und Simulation komplexer Systeme, Optimierung, Unschärfequantifizierung und maschinelles Lernen.
| Kontakt | Organisationsteam: Dr. Karsten Keller, Institut für Statik und Dynamik der Luft- und Raumfahrtkonstruktionen, Tel.: +49 711 685 69543, E-Mail |
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Jacqueline Gehrke
Onlineredakteurin